Potenzial

Massnahmen im Bildungsbereich dürfen sich nicht nur auf junge Personen beschränken. Auch bei Erwachsenen gibt es noch Potenziale.

Erwachsene ohne nachobligatorischen Abschluss sind eine wichtige Zielgruppe: Heute absolvieren zwischen 6‘000 und 8‘000 Erwachsene pro Jahr eine berufliche Grundbildung. Das sind 10% aller Berufsabschlüsse mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder Berufsattest (EBA). Fundierte Daten über den Anteil der Personen ohne nachobligatorischen Abschluss, die in der Lage und interessiert sind, noch einen Abschluss zu erwerben, werden zurzeit erhoben. Ein von Bund, Kantonen und Berufsverbänden getragenes Projekt hat die Verbesserung der Rahmenbedingungen zum Ziel.

Angesetzt werden kann auch bei der Weiterbildung, wobei die Schweiz hier im internationalen Vergleich bereits sehr gut positioniert ist: Die in der Schweiz lebenden Menschen zeigen eine überdurchschnittliche Teilnahme an generellen Lernaktivitäten. Verbesserungspotenzial gibt es aber insbesondere noch bei gering qualifizierten Personen. Die Weiterbildungsbeteiligung von Personen ohne nachobligatorischen Abschluss lag 2011 lediglich bei 31%, während sich 79% der Personen mit einem Abschluss im Tertiärbereich weiterbilden.

Eine Befragung von über 6000 Personen im Rahmen des «MINT-Nachwuchsbarometers Schweiz» hat gezeigt, dass es viele Jugendliche – insbesondere junge Frauen – gibt, die sich in ihrem Interesse an Naturwissenschaften und Technik nicht gefördert fühlen. Die Folgen zeigt die Statistik: Berufsausbildungen im technischen Bereich weisen einen geringen Frauenanteil aus. Ähnlich sieht es mit dem Schwerpunktfach Mathematik/Physik im Gymnasium aus. Nur rund 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler in diesem Schwerpunkt sind Frauen.