Erfolge

Die Massnahmen im Bildungsbereich zeigen Wirkung.

Die Schweiz ist im internationalen Vergleich punkto Bildungssystem gut positioniert. Junge Menschen, die hier zur Schule gehen und eine Ausbildung absolvieren, sind im Schnitt sehr gut gerüstet für den Arbeitsmarkt. Besonders stark ist die Schweiz bei den Abschlüssen auf Sekundarstufe II (Maturität oder Berufslehrabschluss), wo Bund, Kantone und Sozialpartner im letzten Jahrzehnt besondere Anstrengungen unternommen haben: Im Jahr 2006 haben sie sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Abschlüsse auf Sekundarstufe II von damals 90% auf 95% zu erhöhen. Dieses Ziel ist heute bei den in der Schweiz geborenen 26- bis 35-jährigen Erwachsenen bereits übertroffen. Es braucht nun weitere Anstrengungen bei Jugendlichen, welche die Schule nicht oder nicht vollständig in der Schweiz durchlaufen haben.

Jugendliche sollen ohne Umwege in den Arbeitsmarkt integriert werden. Betriebe wollen offene Lehrstellen besetzen. Es ist daher entscheidend, Angebot und Nachfrage auf dem Lehrstellenmarkt bestmöglich aufeinander abzustimmen. Zu diesem Zweck haben die Kantone und Berufsverbände mit Unterstützung des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI unter dem Label «Match-Prof» Projekte gestartet, welche das Matching zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Lehrstellenmarkt nachhaltig verbessern wollen. Dadurch sollen über 2000 stellensuchende Jugendliche an potentielle Arbeitgeber vermittelt werden.

Generell gilt: Massnahmen im Bildungsbereich dauern je nach gewählter Aus- oder Weiterbildung einige Monate bis Jahre. Messbare Erfolge zeigen sich mittel- bis langfristig. Im Gesundheitswesen hatten Bund, Kantone und die Organisationen der Arbeitswelt vor einigen Jahren den Masterplan Pflegeberufe lanciert, um die Abhängigkeit von Gesundheitsfachleuten aus dem Ausland zu entschärfen. Dank grossen Anstrengungen der Branche haben sich die Abschlüsse Fachfrau/Fachmann Gesundheit mit eidgenössischen Fähigkeitszeugnis EFZ seit 2007 mehr als verdoppelt: von rund 1‘500 Abschlüssen im Jahr 2007 auf 4‘091 Abschlüsse im 2016. Damit decken die Abschlüsse auf Sekundarstufe II zurzeit rund 75% des Nachwuchsbedarfes. Auch in der neu eingeführten zweijährigen beruflichen Grundbildung Assistentin/Assistent Gesundheit und Soziales EBA steigen die Abschlusszahlen. 2014 wurden bereits über 880 Lehrverträge abgeschlossen. Dies entspricht 39% des Nachwuchsbedarfs. Grosser Handlungsbedarf besteht weiterhin bei den Abschlüssen auf Tertiärstufe: dort wurden 2014 nur gut 43% der benötigen Abschlüsse erreicht. Insgesamt decken die Abschlüsse in Pflege und Betreuung rund 56% des geschätzten jährlichen Nachwuchsbedarfs. Etliche Kantone haben in den letzten Jahren Ausbildungsverpflichtungen mit den Spitälern und teilweise auch mit den Pflegeheimen und der Spitex eingeführt. Verschiedene Kantone finanzieren Kurse für WiedereinsteigerInnen im Gesundheitsbereich: Im Kanton Waadt sind dank eines entsprechenden Angebots zwischen 2004 und 2014 500 Pflegefachpersonen wieder in den Beruf eingestiegen. Es müssen aber noch weitere Anstrengungen unternommen werden, um insbesondere den Mangel an diplomierten Pflegefachkräften zu bekämpfen.

Mit über 30% ist der Anteil berufstätiger Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz mit ausländischem Diplom hoch und nimmt laufend zu. Die Kantone mit medizinischen Fakultäten haben die Zahl der Studienplätze in der Humanmedizin deshalb in den vergangenen Jahren markant erhöht. Im Jahr 2016 erteilten die fünf medizinischen Fakultäten der Schweiz insgesamt 885 Master- und Lizenzabschlüsse in Humanmedizin. Gegenüber 2005 entspricht dies einer Steigerung um mehr als 40 Prozent. Um die Zahl der Abschlüsse noch weiter zu erhöhen, will der Bund die Universitäten in den Jahren 2017 bis 2020 mit 100 Millionen Franken unterstützen. Das Ziel bis 2025 sind rund 1‘300 Masterabschlüssen pro Jahr.