Stärkung der höheren Berufsbildung

Qualifizierung Branchenübergreifend CH
Ein angehender Techniker HF Mikrotechnik repariert das Uhrwerk einer Pendeluhr
Höhere Berufsbildung: Techniker/in HF Mikrotechnik

Eine bessere Positionierung sowie eine stärkere Finanzierung der höheren Berufsbildung HBB erhöhen einerseits die Attraktivität und Wertschätzung im Bildungssystem, auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft und ermöglichen andererseits durch eine stärkere Nutzung der Angebote der HBB die Höherqualifizierung der erwerbstätigen Bevölkerung und somit eine bessere Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotentials. Insbesondere können sich auch Um- und Wiedereinsteiger, die keine Unterstützung vom Arbeitgeber erhalten, weiterqualifizieren.

Mit der höheren Berufsbildung (eidgenössische Prüfungen und eidgenössisch anerkannte Bildungsgänge an höheren Fachschulen) verfügt die Schweiz über ein bewährtes Modell zur beruflichen Weiterqualifizierung. Seit Inkrafttreten des neuen Berufsbildungsgesetzes (BBG) im Jahr 2004 gehört die HBB zum nicht-hochschulischen Tertiärbereich. Sie bietet Personen mit Berufsabschluss und Berufserfahrung die Möglichkeit, ihre praktischen Fähigkeiten mit theoretischen Fachkenntnissen zu verbinden, um Führungs- und Fachverantwortung zu übernehmen. Im Unterschied zum Hochschulbereich setzt sie keine Maturität voraus, sondern einschlägige berufliche Qualifikationen und mehrjährige Praxiserfahrung.

Aufgrund der Arbeitsmarktorientierung und -steuerung der HBB-Abschlüsse sind Massnahmen zur Stärkung der HBB Teil der sogenannten Bildungsmassnahmen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Im Rahmen des im Jahr 2013 lancierten Strategieprojektes wurden gemeinsam mit den Verbundpartnern Lösungsansätze zur stärkeren Finanzierung und besseren nationalen und internationalen Positionierung der höheren Berufsbildung diskutiert. Zentrale Anliegen sind eine angemessene Subventionierung der vorbereitenden Kurse auf eidgenössische Prüfungen, die Verbesserung der Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit der gesamten HBB zu anderen Bildungswegen sowie die Einführung international verständlicher Titel für HBB-Abschlüsse.

Bund, Kantone und die Organisationen der Arbeitswelt haben die eingeschlagenen Stossrichtungen mit einem Massnahmenpaket «Stärkung der Berufsbildung» konkretisiert und gebündelt. Der Bundesrat hat dieses am 27. August 2014 genehmigt. Verschiedene Massnahmen wurden bereits umgesetzt oder sind in Erarbeitung:

Neues System zur Finanzierung von vorbereitenden Kursen auf eidgenössische Prüfungen

Mit dieser neuen Bundesfinanzierung zugunsten von Absolvierenden von vorbereitenden Kursen auf eidgenössische Prüfungen soll die direkte finanzielle Belastung der Absolvierenden im Quervergleich mit den übrigen Abschlüssen der Tertiärstufe vergleichbar werden. Die dafür nötige Änderung des Berufsbildungsgesetzes BBG werden dem Parlament im Jahr 2016 im Rahmen der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation 2017-2020 vorgelegt. Das neue Finanzierungssystem wird voraussichtlich per 01.01.2018 Inkrafttreten.

Nationaler Qualifikationsrahmen für Abschlüsse der Berufsbildung (NQR Berufsbildung)

Der NQR verfolgt das Ziel, die internationale Vergleichbarkeit und Wertschätzung der schweizerischen Berufsbildungsabschlüsse, insbesondere der HBB, zu verbessern. Die dazugehörigen Zeugniserläuterungen (berufliche Grundbildung) und Diplomzusätze (höhere Berufsbildung) enthalten das Niveau des jeweiligen Abschlusses im NQR Berufsbildung sowie ergänzende Informationen. Dadurch soll Arbeitgebern im In- und Ausland eine Einschätzung der fachlichen Kompetenzen ermöglicht und so die Mobilität der Absolvierenden auf dem Arbeitsmarkt sichergestellt werden.

International aussagekräftige englische Titelbezeichnungen für die Berufsbildungsabschlüsse

Aussagekräftige englische Titelbezeichnungen sollen die Vergleichbarkeit und Anerkennung der Berufsbildungsabschlüsse im Inland (multinationale Unternehmen) sowie im Ausland erhöhen. In einem breit abgestützten Prozess hat das SBFI zusammen den Verbundpartnern der Berufsbildung neue englische Titelbezeichnungen erarbeitet und im November 2015 verabschiedet. Die englischen Titelbezeichnungen werden im Rahmen der Umsetzung des NQR Berufsbildung und der dazugehörigen Zeugniserläuterungen und Diplomzusätze eingeführt und ersetzen die bisherigen heterogenen englischen Titelbezeichnungen.

Förderung der Durchlässigkeit zum Hochschulbereich, insbesondere zu den Fachhochschulen

Die Durchlässigkeit zwischen der HBB und den Fachhochschulen soll insbesondere in Bereichen mit parallelen Angeboten zwischen höheren Fachschulen und Fachhochschulen (u.a. Soziales, Gesundheit, Wirtschaft) gefördert werden. Konkrete Ansatzpunkte sind die Erhöhung der Transparenz bei den Zulassungsbedingungen und den Anrechnungsverfahren für Absolvierende der HBB. Der Entscheid über die Zulassung von Absolvierenden der HBB zu einem Fachhochschulstudium liegt in der Kompetenz der einzelnen Fachhochschule. Die Rektorenkonferenz der schweizerischen Hochschulen swissuniversities hat Empfehlungen für die Zulassung von Absolvierenden der HBB zu einem Bachelorstudium sowie die Anrechnung von Praxis- und Bildungsleistungen verabschiedet.

Marketing der höheren Berufsbildung

Die Sichtbarkeit und die Wertschätzung HBB soll verbessert werden. In der aktuellen Kampagne BERUFSBILDUNGPLUS.CH - der Dachkampagne der Schweizer Berufsbildung - bildet die HBB ein Schwerpunktthema. Zudem prüft das SBFI derzeit anhand einer Auslegeordnung von bestehenden Aktivitäten von Akteuren (Kantone, Branchenverbände, Unternehmen) den Bedarf an zusätzlichen Marketingmassnahmen zugunsten der HBB.

Links

Strategieprojekt höhere Berufsbildung

Trägerorganisationen

Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI

Der Bund (SBFI) führt und leitet das Projekt „Stärkung höhere Berufsbildung“. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI im Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF ist das Kompetenzzentrum des Bundes für national und international ausgerichtete Fragen der Bildungs-, Forschungs- und Innovationspolitik.

Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI
Einsteinstrasse 2
3003 Bern

Die Kantone sowie die Organisationen der Arbeitswelt begleiten das Projekt und liefern richtungsweisende Inputs (Projektteam und Steuergruppe).

Auskünfte bei

Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI
Rémy Hübschi
058 462 21 27
remy.huebschi@sbfi.admin.ch