Ausbildungsverpflichtung in nichtuniversitären Gesundheitsberufen

Qualifizierung Gesundheits- und Sozialwesen AG
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Der Kanton Aargau verpflichtet alle Spitäler, Pflegeeinrichtungen und Spitexorganisationen zur Ausbildung einer angemessenen Anzahl von Gesundheitsfachpersonen.

Die wichtigste Ressource im Gesundheitswesen ist der Faktor Mensch. Für die Leis-tungsfähigkeit eines Gesundheitssystems sind die Kenntnisse, Kompetenzen und die Motivation des Gesundheitspersonals entscheidend. Eine bedeutende Ursache des Personalmangels im Gesundheitswesen ist die zu geringe Anzahl an Ausbildungsstellen. Entsprechend sind im Kanton Aargau alle Spitäler, Pflegeeinrichtungen und Spitexorganisationen zur Ausbildung einer angemessenen Anzahl von Gesundheitsfachpersonen verpflichtet.

In den Spitälern, Pflegeheimen und bei Spitexorganisationen herrscht zum Teil Personalmangel in den Pflegeberufen. Die Rekrutierung von qualifiziertem Personal gestaltet sich für die Institutionen zunehmend schwieriger. Zudem wird es künftig wesentlich mehr ausgebildete Pflegefachpersonen und weitere nichtuniversitäre Gesundheitsfachpersonen brauchen, um den Bedarf decken zu können. Alle Spitäler, Pflegeeinrichtungen und Spitexorganisationen sind im Kanton Aargau zur Ausbildung einer angemessenen Anzahl von Gesundheitsfachpersonen verpflichtet. Die Ausbildungsverpflichtung gilt in den nichtuniversitären Gesundheitsberufen, die in direktem Kontakt zu Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohnern und Klientinnen und Klienten stehen.

Es handelt sich insbesondere um folgende Berufe:

  • Fachfrau/Fachmann Gesundheit (FaGe),
  • Assistentin/Assistent Gesundheit (AGS),
  • Pflegefachfrau/Pflegefachmann,
  • Rettungssanitäterin/Rettungssanitäter (siehe Anhang 1 zur GesV).

Für jeden Leistungserbringer wird anhand der angestellten Gesundheitsfachpersonen das Ausbildungspotenzial im jeweiligen Gesundheitsberuf ermittelt und mit einer Punktzahl hinterlegt. Es resultiert pro Leistungserbringer das sogenannte Ausbildungspunkte-Soll. Jeder Leistungserbringer kann selber bestimmen, in welchen Gesundheitsberufen er wie viele Personen ausbildet. Massgebend ist allein die Erfüllung des gesamten Ausbildungspunkte-Solls in einem Jahr.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Lernende in einem Ausbildungsverbund gemeinsam mit einem anderen Betrieb zu beschäftigen oder Ausbildungsleistungen (Punkte) bei einem anderen Leistungserbringer einzukaufen. Leistungserbringer, welche die festgelegte Ausbildungspunktezahl nicht erreichen, haben einen Malus (Ersatzabgabe) in eine Spezialfinanzierung einzubezahlen. Daraus können Betriebe, welche das festgelegte Ausbildungspunkte-Soll übertreffen, einen Bonus erhalten.

Im Rahmen der verfügbaren Mittel können weitere Beiträge gewährt werden, so namentlich an die Kosten für überbetriebliche Kurse und vergleichbare dritte Lernorte sowie an die Kosten der nicht betriebsinternen Nachhol- und Weiterbildung. Die Ausgestaltung der Ausbildungsverpflichtung im Kanton Aargau wurde in Zusammenarbeit mit den Leistungserbringern erarbeitet. Die fachliche und praktische Umsetzung der Ausbildungsverpflichtung erfolgt durch die Organisation der Arbeitswelt Gesundheit und Soziales Aargau (OdA GS Aargau) in enger Zusammenarbeit mit den Leistungserbringern, womit eine praxisnahe Umsetzung gewährleistet ist. Jeder Leistungserbringer kann seine Daten einfach und mit wenig Aufwand auf der Website der OdA GS Aargau (Online-Tool) eingeben. Die Daten werden danach durch die OdA GS Aargau plausibilisiert und zur abschliessenden Überprüfung und Visierung dem Departement Gesundheit und Soziales vorgelegt. Im Anschluss daran werden durch das Departement Gesundheit und Soziales mittels Verfügung der Bonus beziehungsweise Malus des Vorjahres und die Soll-Ausbildungspunkte des Folgejahres festgelegt.

Links

Ausbildungspflicht im Gesundheitswesen

Gesundheitsgesetz

Verordnung zum Gesundheitsgesetz

Trägerorganisation

Auskünfte bei

Departement Gesundheit und Soziales, Abteilung Gesundheit
Noëlle Edion-Mutter, Fachspezialistin Qualität und Ausbildungsverpflichtung
062 835 29 30
noelle.edion@ag.ch