ENTER: Berufsabschluss für Menschen aus der Sozialhilfe

Qualifizierung Branchenübergreifend BS
Hellblau-türkiser Hintergrund mit Schattenprofilen von Menschen im Vordergrund.
Berufsabschluss für Menschen aus der Sozialhilfe

Im schweizerischen Berufsbildungssystem können Erwachsene in allen Berufen einen Lehrabschluss nachholen. Das Pilotprojekt «‹Enter› – Berufsabschluss für Menschen aus der Sozialhilfe» richtet sich an 25- bis 40-jährige Männer und Frauen ohne anerkannten Berufsabschluss, die von der Sozialhilfe unterstützt werden. Dank einer Berufsausbildung sollen sie im Arbeitsmarkt wieder Fuss fassen und finanzielle Unabhängigkeit erlangen. Dabei werden sie von Gap-Mitarbeitenden begleitet und unterstützt.

Das vorliegende Konzept dient als Grundlage zur operationellen Umsetzung eines Pilotprojekts „Enter – vom Bittgang zum Bildungsgang“, Berufsabschluss für Erwachsene aus der Sozialhilfe (Nachholbildung) zuhanden der Strategiegruppe Jugendarbeitslosigkeit (STJA).

Das Pilotprojekt beabsichtigt, die Nacholbildung für Menschen aus der Sozialhilfe ohne Berufsabschluss vorwiegend im Alterssegment der 25 bis 40 Jährigen gezielt zu fördern und sie zu einem qualifizierenden Berufsabschluss zu führen. Dies kann nebst der klassischen Berufslehre via Nachqualifizierung oder Validierungsverfahren erfolgen. Das Pilotprojekt wird mit einem Anreizsystem ausgestaltet und im Grundsatz vom Bildungssystem, sowohl von der Betreuung, als auch von der wirtschaftlichen Existenzsicherung geführt.

Rahmenbedingungen

Folgende Rahmenbedingungen sind dabei zu beachten:

  • Die Konzeption wird kohärent zu den strategischen Vorgaben der STJA resp. des Regierungsrates entwickelt.
  • Die Konzeption berücksichtigt die wesentlichen Erkenntnisse der Studie Wettstein 2012.
  • Das Konzept für das Pilotprojekt richtet sich nach einem Mengengerüst von ca. 20-30 Teilnehmenden, die das Projekt durchlaufen.
  • Die Ausbildungsgänge sind entlang des bestehenden Berufsbildungssystems zu absolvieren.
  • Als Prämisse gilt, die Prozesse entlang von bestehenden Institutionen und Strukturen zu entwickeln.
  • Nebst den konventionellen Berufslehren mit Lehrvertrag für Teilnehmende ohne einschlägige Berufskenntnisse sind auch Qualifizierungsverfahren gemäss Art. 32. BBV und Validierung nach Art. 31 BBV möglich.
  • Die Teilnahme am Pilotprojekt ist freiwillig.
  • Individuelle Kosten der Teilnehmenden, die durch das Pilotprojekt ausgelöst werden, sind im Rahmen des normalen Budgets durch die Dienst- und Fachstellen zu bestreiten, sofern ein gesetzlicher Anspruch geltend gemacht werden kann (bspw. Ausbildungsbeiträge, auswärtige Verpflegung oder Freibetrag gemäss der Unterstützungsrichtlinien der Sozialhilfe Basel).
  • Vorgesehener Start des Pilotprojekts ist am 1. Januar 2014. Planbares Ende ist am 31. Dezember 2017.

Zielgruppe

Das Pilotprojekt spricht folgende Zielgruppe an:

  • Menschen, die von der Sozialhilfe unterstützt werden im Alter zwischen 25-40 Jahre
  • Menschen, die über keinen nachobligatorischen Berufsabschluss Sek II verfügen
  • Menschen, die im Prozessschritt der „Selektionsphase“ angewandten Kriterien erfüllen
  • Menschen, die motiviert sind einen Berufsabschluss zu erlangen

Ziele

Folgendes Wirkungsziel verfolgt das Pilotprojekt:

  • Das Bildungssystem ermöglicht Menschen aus der Sozialhilfe einen existenzsichernden und betreuten Berufsbildungszugang, um ihre Arbeitsmarktfähigkeiten nachhaltig zu fördern.

Folgende Leistungsziele verfolgt das Pilotprojekt:

  • Die Zielgruppe aus der Sozialhilfe ist rekrutiert
  • Die Teilnehmenden verfügen über eine Berufswahlstrategie
  • Ein adäquates Lehrstellenangebot, resp. Arbeitsplätze für die Nachqualifizierung stehen zur Verfügung
  • Die Existenzsicherung der Teilnehmenden ist gesichert
  • 50% der Teilnehmenden, die einen Berufsabschluss nachholen, schliessen ab
  • 25% der Teilnehmenden schaffen danach unmittelbar den Einstieg in den Arbeitsmarkt
  • Die Projektkosten, aus dem Fonds zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, sind über die transferierten Gelder der Regelstruktur kompensiert
  • Die notwendige Kommunikation ist sichergestellt

Links

ENTER - Berufsabschluss für Menschen aus der Sozialhilfe

Dokumente

Konzept ENTER (PDF, 839KB)

Trägerorganisation

Bereich Mittelschulen und Berufsbildung (MB)

Der Bereich Mittelschulen und Berufsbildung ist für die Angebote der Sekundarstufe II und Tertiär B verantwortlich. Er fördert und koordiniert auch die höhere Berufsbildung. Die Berufsberatung, das Gap Case Management Berufsbildung und die Lehraufsicht beraten Jugendliche, Erwachsene und Ausbildungsbetriebe.

Bereich Mittelschulen und Berufsbildung (MB)
Leimenstrasse 1
4001 Basel

Auskünfte bei

Bereich MB, Fachstelle GAP Case Management
Benedikt Arnold, Leiter GAP
061 267 66 08
benedikt.arnold@bs.ch