Generationenmanagement in der Bundesverwaltung - Die Antwort auf den demografischen Wandel

Qualifizierung 50+ Öffentliche Verwaltung CH
Bundeshaus in Bern
Massnahme des Bundes

In der Personalstrategie 2011-2015 wurde ein Konzept zum Thema „Generationenmanagement in der Bundesverwaltung“ erarbeitet. Das Konzept definiert Massnahmen, um den Herausforderungen des demografischen Wandels, dem Fachkräftemangel und ganz generell dem gesamtgesellschaftlichen Wertewandel wirksam entgegentreten zu können.

Die Ziele des Konzepts Generationenmanagement in der Bundesverwaltung bestehen im Wesentlichen darin, die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden auch über eine verlängerte Lebensarbeitszeit hinweg zu erhalten und fördern. Darüber hinaus sollen qualifizierte Fachkräfte gewonnen und langfristig gebunden sowie eine Lernkultur geschaffen werden, die das lebenslange Lernen fördert und unterstützt.

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Die demografische Entwicklung führt dazu, dass zukünftig weniger jüngere Arbeitskräfte zur Verfügung stehen und sich andererseits die Zahl der älteren Arbeitskräfte erhöht. Dies führt nicht nur zu einer Veränderung in der Altersstruktur, sondern auch dazu, dass zukünftig bis zu vier oder sogar fünf Generationen zusammenarbeiten werden, die unterschiedliche Auffassungen und Erwartungen an die Führungsverantwortlichen und die Art der Zusammenarbeit im Team haben.

Das Generationenmanagement zielt auch auf das altersgerechte Zusammenwirken dieser verschiedenen Generationen ab und nutzt deren Potential und Vielfalt. Dabei sollen ältere Mitarbeitende möglichst lange im Erwerbsleben verbleiben. Junge Arbeitskräfte wiederum müssen gewonnen und langfristig an die Bundesverwaltung gebunden werden.

Dies kann mit einer lebensphasenorientierten Personalarbeit erreicht werden. Diese umfasst alle Phasen vom beruflichen Einstieg bis zum beruflichen Ausstieg. Sie ist altersunabhängig und berücksichtigt, dass je nach Lebensphasen oder Lebenssituation, in der sich die Mitarbeitenden gerade befinden, andere Bedürfnisse, Ziele, Fähigkeiten und Werte im Vordergrund stehen.

Aufgrund der Erkenntnisse aus den Umsetzungsarbeiten des Konzepts wurden für die Bundesverwaltung folgende Massnahmen priorisiert:

  • Die Bundesverwaltung wird zukünftig über eine umfassende Personalstrukturanalyse verfügen. Dies ermöglicht eine frühzeitige Erkennung, inwieweit und in welchen Bereichen die Bundesverwaltung von den Auswirkungen des demografischen Wandels betroffen ist. Zudem soll die Analyse als Frühwarnsystem dienen und Chancen und Risiken in der Zusammensetzung der Altersstruktur aufzeigen.
  • Als weitere Massnahme wird ein Austrittsmonitoring eingeführt werden. Dabei handelt es sich um eine systematische und anonyme Erfassung der Austrittsgründe der Mitarbeitenden, der als Folge des demografischen Wandels entsteht.

Die berufliche Vorsorge ermöglicht mittels Beitragsprimat die flexible Pensionierung ab dem 60. Altersjahr. Ab dem 65. Altersjahr kann zudem, mit dem Einverständnis des Arbeitgebers, bis spätestens zum 70. Altersjahr weitergearbeitet werden. Die formellen Grundlagen für die Weiterbeschäftigung über das ordentliche Pensionierungsalter sind bereits gegeben. Auch verfügt die Bundesverwaltung über die personalrechtlichen Grundlagen für Teilzeitarbeit in allen Altersstufen. Für die Umsetzung bzw. Anwendung dieser Arbeitsmodelle sind nebst der Rolle der Führungskraft, die generelle Einstellung zu älteren Mitarbeitenden und der Erhalt der Arbeitsfähigkeit wichtige Handlungsfelder.

Die lebensphasenorientierte Personalarbeit steht und fällt mit den Führungsverantwortlichen. Verschiedene Forschungsarbeiten zeigen, dass gute Führung der zentrale Schlüssel zur Unterstützung der Arbeitsfähigkeit aller Mitarbeitenden, vor allem der älteren ist. Die Bundesverwaltung hat deshalb auch das Thema Generationenmanagement in die obligatorischen Führungsausbildungen mittels eines E-Learning Moduls aufgenommen.

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