Stufenmodell Teillohnplus

Flüchtlinge Branchenübergreifend GR

Die Fachstelle Integration erprobt im Rahmen eines Pilotprojekts ein Stufenmodel Teillohnplus mit sprachlicher wie "on the job" Förderung für vorläufig aufgenommene Personen und anerkannte Flüchtlinge, die grundsätzlich arbeitsfähig und vermittelbar sind, jedoch aufgrund ungenügender berufspraktischer Arbeitsmarktkenntnisse bzw. mangelnder Arbeitserfahrung auf dem Arbeitsmarkt noch nicht bestehen können.

Dabei handelt es sich um ein Stufenmodell zur Unterschreitung der Mindestlohngrenze, das in drei aufeinander aufbauenden Stufen von jeweils sechs Monaten Dauer - unter Einschluss eines obligatorischen Praktikums(max. 6 Monate) – gegliedert und auf maximal zwei Jahre beschränkt ist. Trotz einer gezielten Förderung mittels entsprechender Angebote, wie z.B. Sprachkurse, Assessments, Praktika gibt es nach einem erfolgreichen Abschluss eines mehrmonatigen Berufspraktikums häufig - auch bei einer guten Prognose - keine Anschlusslösung in Form einer Festanstellung im Praktikumsbetrieb oder in einem anderen Unternehmen. Begründet wird dies häufig damit, dass die Arbeitsleistung und -qualität aufgrund sprachlicher Defizite und soziokultureller Unterschiede für eine Anstellung zum orts- und branchenüblichen Lohn bzw. zu dem gemäss Gesamt- oder Normalarbeitsvertrag vorgeschriebenen Mindestlohn noch nicht ausreichend sind.

Diese Lücke beim Übergang vom Praktikum in eine Festanstellung oder eine Ausbildung gilt es mit dem als „Türöffner“ zum Arbeitsmarkt konzipierten Stufenmodell Teillohnplus zu schliessen und beruht auf einer pragmatischen Zusammenarbeit zwischen kooperationswilligen Betrieben, stellensuchenden anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen sowie der Fachstelle Integration GR.

Das Stufenmodell Teillohnplus dauert längstens zwei Jahre und verfolgt mittels Festlegung von Grob- und Feinzielen im sprachlichen und beruflichen Bereich eine abgestufte berufsbegleitende Qualifizierung. Ziel ist die langfristige und existenzsichernde berufliche Integration von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen entweder im Rahmen einer regulären Berufsausbildung (kann im Verlauf des Teillohnplus vereinbart werden) oder einer Anstellung als Hilfskraft zum branchenüblichen Lohn.


Ablauf und Übersicht

Einstieg:

6 Monate Orientierungspraktikum (maximal)

Start Stufenmodell Teillohnplus:

  • 6 Monate mit Lohn 1. Lehrjahr
  • 6 Monate mit Lohn 2. Lehrjahr
  • 6 Monate mit Lohn von mindestens CHF 2'500.-

Optionen im Verlauf des Stufenmodells:

  • Lehrstellenantritt
  • Anstellung zum branchenüblichen Lohn
  • Abbruch

Bedingung:

Im Rahmen einer Vereinbarung werden die entsprechenden individuellen Ziele festgelegt, wobei das Controlling durch die Jobcoachs der Fachstelle Integration, die für alle Aufgaben im Zusammenhang mit der Planung und Steuerung der einzelnen Teillohn-Einsätze und der Koordination der entsprechenden Aktivitäten in den Schlüsselbereichen „Berufspraxis“ und „Sprachkurs“ zuständig sind, individuell erfolgt. Zudem wird die berufsbegleitende Qualifizierung im Betrieb durch eine externe Kontrollstelle (GAV-Monitor AG) kontrolliert und im Rahmen der Pilotphase durch die Hochschule Luzern evaluiert. Das Teillohnmodellplus wurde von der Tripartiten Kommission GR als dreijähriges Pilotprojekt gutgeheissen und eine Mehrheit der paritätischen Kommissionen im Kanton, die über das Projekt informiert wurden, hat ihre Unterstützung zugesagt.

Ziel:

  • Langfristige berufliche Integration in einem Berufsfeld, mit Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Gute berufliche Qualifikation und Berufserfahrung
  • Sprachliche Fortschritte bis mind. B1 mündlich

Dokumente

Flyer (Modell) (PDF, 2MB)

Merkblatt (PDF, 254KB)

Trägerorganisation

Fachstelle Integration GR im Amt für Migration und Zivilrecht GR

Im Kanton Graubünden ist die Fachstelle Integration die kantonale Anlaufstelle für Integrationsfragen im Migrationsbereich. Nebst der Steuerung und Koordination der Integration von Ausländerinnen und Ausländern auf kantonaler und kommunaler Ebene ist sie ebenfalls für die Integrationsförderung von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen in der ersten Phase ihres Aufenthalts zuständig.

Fachstelle Integration GR im Amt für Migration und Zivilrecht GR
Engadinstrasse 24
7001 Chur

Auskünfte bei

Fachstelle Integration Graubünden
Christoph Buschor, Jobcoach
081 257 26 04
christoph.buschor@afm.gr.ch