Bessere Ausschöpfung des Fachkräftepotenzials: Schwerpunkt Beruf und Familie

Beruf und Familie Branchenübergreifend CH
Älterer Arbeitnehmer am arbeiten

Der SAV möchte dazu beitragen, inländische Arbeitskräfte mit Familienaufgaben noch besser in den Arbeitsmarkt einzubinden. Bei der Ausschöpfung dieses Potenzials legt der Dachverband grossen Wert auf Privatautonomie von Familien mit Kindern, Eigeninitiative und Selbstverantwortung. Die Schweizer Wirtschaft bietet Müttern und Vätern zunehmend und rege genutzte Möglichkeiten, um eigene Familienmodelle schaffen zu können. Voraussetzungen sind ein bedarfsgerechtes Angebot an familien- und schulergänzenden Tagesstrukturen sowie die Beseitigung negativer Steueranreize.

Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) sensibilisiert die Arbeitgeber für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Er appelliert an die Unternehmen, ihre Arbeitsorganisation so auszurichten, dass die betrieblichen Bedürfnisse im Einklang stehen mit dem Wunsch der Belegschaft nach Flexibilität hinsichtlich der Kinderbetreuung. Die Schweizer Wirtschaft hat dank des flexiblen Arbeitsmarkts bereits sehr kreative und bedarfsgerechte Arbeitsmodelle eingeführt, die rege genutzt werden. Dies zeigen etwa die hohe und weiter steigende Erwerbsbeteiligung der Frauen und der Ausbau der Teilzeitarbeit: Inzwischen arbeitet jede dritte Person Teilzeit. Mit Ausnahme der Niederlande bietet kein anderes europäisches Land ein vergleichbares Teilzeitangebot.

Auf politischer Ebene ruft der SAV dazu auf, negative Erwerbsanreize aufgrund einer ungenügenden steuerlichen Abzugsfähigkeit der Drittbetreuungskosten für Kinder zu beseitigen. Zudem müssen flexiblere Tagesstrukturen und Betreuungsplätze an Schulen zur Verfügung gestellt werden. Der Verband begrüsst daher Fördergelder des Bundes, welche die Änderung des Bundesgesetzes über Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung vorsieht. Beispielsweise besteht vielerorts die Nachfrage nach schulergänzender Kinderbetreuung zu Randzeiten – abends oder während der Schulferien. Bei der Ausweitung des Angebots ist jedoch Vorsicht geboten: Während sich in Städten wie Zürich ein Überangebot an Tagesbetreuungsplätzen abzeichnet, weisen ländliche Gebiete wie der Kanton Baselland nach wie vor häufig kein ausreichendes Platzangebot auf.

Die Änderung des Bundesgesetzes über Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung will schliesslich den Kantonen Anreize bieten, die Arbeitgeber zu gesetzlichen Lohnbeiträgen an die Kinderbetreuung zu verpflichten. Dies würde jedoch dem bestehenden Engagement der Unternehmen entgegenwirken und sie durch weitere Lohnnebenkosten in einer wirtschaftlich schwierigen Situation zusätzlich belasten. Die finanzielle Förderung der familienergänzen Kinderbetreuung muss der öffentlichen Hand obliegen, an deren Steuereinnahmen die Unternehmen einen massgeblichen Beitrag leisten.

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Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) ist seit 1908 die Stimme der Arbeitgeber in Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Er vereint als Spitzenverband der Schweizer Wirtschaft rund 80 regionale und branchenspezifische Arbeitgeberorganisationen sowie Einzelunternehmen. Insgesamt vertritt er über 100’000 Klein-, Mittel- und Grossunternehmen mit ca. 2 Millionen Arbeitnehmenden aus allen Wirtschaftssektoren. Der SAV setzt sich für eine starke Wirtschaft und den Wohlstand der Schweiz ein. Zur Zukunftssicherung verfügt der Verband über anerkanntes Expertenwissen insbesondere in den Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung und Sozialpolitik.

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Auskünfte bei

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Daniella Lützelschwab (GL-Mitglied und Ressortleiterin Arbeitsmarkt / Arbeitsrecht)
044 421 17 17
lützelschwab@arbeitgeber.ch