Erfolge

Die Arbeitsmarktbeteiligung von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern entwickelte sich in den letzten Jahren positiv. Das effektive Arbeitsangebot wuchs zwischen 2010 und 2016 bei Personen im Alter von 55-64 Jahren um 41‘300 Vollzeitarbeitskräfte.

Die Erwerbsbeteiligung von älteren Personen konnte in den letzten beiden Jahrzehnten in der Schweiz stark ausgebaut werden. Vor 20 Jahren lag die Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen noch bei 62%, heute bei rund 74%. Zudem ist das Bildungsniveau und damit die Arbeitsmarktfähigkeit der älteren Arbeitnehmenden über die letzten 10 Jahre deutlich gestiegen – ein Trend, der sich weiter fortsetzt.

Nebst der ansteigenden Erwerbsbeteiligung sind ältere Personen im Vergleich zu jüngeren weniger häufig von Arbeitslosigkeit betroffen. Dies illustriert, dass ältere Arbeitnehmende in der Schweiz insgesamt gut in den Arbeitsmarkt integriert sind. Verliert jedoch eine Person über 50 Jahre ihre Arbeitsstelle, fällt es ihr vergleichsweise schwer, eine neue Anstellung zu finden.

Das bestehende Instrumentarium der Arbeitslosenversicherung (ALV) beinhaltet ein spezielles Entschädigungs- oder Taggeldsystem sowie spezifische Massnahmen für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit von älteren Stellensuchenden. Daneben konzentrieren sich die Behörden und Sozialpartner u.a. auf die Sensibilisierung der Unternehmen, der Arbeitnehmenden und der Öffentlichkeit. Das Bewusstsein über die Bedeutung der über 50-jährigen Erwerbsbevölkerung für den Schweizer Arbeitsmarkt sowie über die Hürden, denen sie am Arbeitsmarkt begegnen, soll geschärft werden. Andererseits soll die Bevölkerung hinsichtlich des immer dynamischer werdenden wirtschaftlichen Umfelds, das eine hohe Flexibilität sowie lebenslanges Lernen erfordert, sensibilisiert werden.

An den ersten beiden Nationalen Konferenzen zum Thema ältere Arbeitnehmende einigten sich die involvierten Behörden und Sozialpartner auf Massnahmen in den Bereichen Wiedereingliederung, berufliche Qualifikation sowie Sensibilisierung und Flexibilisierung des Rentenbezugs. Obwohl eine Vielzahl objektiver Indikatoren zeigen, dass keine systematische Ausgliederung von älteren Arbeitnehmenden aus dem Arbeitsmarkt stattfindet, gibt es Fälle von benachteiligenden Praktiken. Im April 2017 lag der Fokus an der dritten nationalen Konferenz daher auf Benachteiligungen aufgrund des Alters. Die Akteure (Bund, Kantone und Sozialpartner) der Fachkräfteinitiative sprachen sich entschlossen gegen benachteiligende Praktiken aus. Sie einigten sich darauf, die Sensibilisierung weiter voranzutreiben, um Vorurteile im Zusammenhang mit dem Alter von Arbeitnehmenden zu überwinden. Eine im Rahmen der Konferenz präsentierte Broschüre, zeigt Beispiele von in Unternehmen gelebten Praktiken des Generationenmanagements auf. Im April 2018 lag der Hauptfokus der Konferenz auf einer aktiven Laufbahnplanung. Mit ihr können Chancen und Risiken - sowohl für den Arbeitnehmenden als auch für den Arbeitgebenden - frühzeitig erkannt und entsprechend genutzt oder behoben werden. In der gemeinsamen Schlusserklärung betonten die Vertreterinnen von Bund, Kantonen und Sozialpartnern, dass die Gestaltung der beruflichen Laufbahn und die konstante Weiterbildung zwar primär in der Verantwortung der einzelnen Arbeitnehmenden liege. Nichtsdestotrotz sind aber auch Arbeitgeber, Berufs- und Branchenverbände sowie Kantone und Bund gefordert. So sollen Bund und Kantone Rahmenbedingungen und Dienstleistungen sicherstellen, die Chancengleichheit beim Zugang zu Weiterbildungen und Beratungsangeboten gewährleisten sowie Anreize für einen möglichst langen Verbleib im Arbeitsmarkt setzen.

Im Weiteren beschlossen die Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Institutionen, dass Bund, Kantone und Sozialpartner Vorschläge prüfen sollen, mit denen finanzielle und soziale Probleme durch drohende Aussteuerungen von älteren Arbeitslosen verhindert werden können. Auf Wunsch der Sozialpartner und basierend auf Rückmeldungen der angehörten Betroffenenorganisationen wird das WBF zudem Beratungsdienstleistungen in den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) namentlich für ältere Stellensuchende erneut auf ihre Wirksamkeit hin prüfen und die Kantone gegebenenfalls mit konkreten Optimierungsvorgaben unterstützen.