Nationale Konferenz zum Thema ältere Arbeitnehmende

50+ Branchenübergreifend CH
Bernerhof in Bern
Die zweite nationale Konferenz 2016

Bund, Kantone und die Sozialpartner haben sich im April 2017 an der dritten Konferenz zum Thema ältere Arbeitnehmende und deren Situation auf dem Arbeitsmarkt ausgetauscht. In der gemeinsamen Schlusserklärung bekannten sich die Akteure dazu, benachteiligende Praktiken gegenüber älteren Arbeitskräften abzulehnen. Zudem soll weiterhin in die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit einer insgesamt alternden Erwerbsbevölkerung investiert werden.

Zielsetzung der Nationalen Konferenzen zum Thema ältere Arbeitnehmende ist eine möglichst optimale Erwerbsintegration älterer Arbeitnehmender in den Schweizer Arbeitsmarkt. Unter der Leitung des Bundesrates Johann N. Schneider-Ammann diskutierten Vertreter des Bundes und der Kantone (VDK) sowie des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), von Travail.Suisse, des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes (SAV) und des Schweizerischen Gewerbeverbandes (sgv) die Situation der älteren Arbeitnehmenden in der Schweiz.

Grundsätzlich sind Ältere gut im Arbeitsmarkt integriert: Die Erwerbsbeteiligung von älteren Personen ist im internationalen Vergleich hoch und konnte in den letzten beiden Jahrzehnten in der Schweiz stark ausgebaut werden. Ältere sind zudem einem unterdurchschnittlichen Arbeitslosigkeitsrisiko ausgesetzt. Einmal arbeitslos, bekunden sie jedoch deutlich grössere Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt als jüngere Personen. Teilweise existieren immer noch Vorbehalte gegenüber älteren Arbeitnehmenden und Stellensuchenden. Dies obwohl ihre Bedeutung für den Schweizer Arbeitsmarkt stetig wächst. Schon heute leisten ältere Arbeitnehmende einen sehr wichtigen Beitrag zur Deckung der wachsenden Fachkräftenachfrage. Es gilt, ihr Potenzial künftig möglichst optimal auszuschöpfen.

Um die Situation der älteren Arbeitnehmenden weiter zu verbessern, lag der Hauptfokus der diesjährigen Konferenz auf der Sensibilisierung von Arbeitgebern, der Öffentlichkeit sowie Arbeitnehmenden. Einerseits sollen bestehende Vorurteile wie z.B. defizitäre und stereotype Altersbilder überwunden werden, anderseits sollen Arbeitnehmende sensibilisiert werden hinsichtlich der neuen, dynamischen Rahmenbedingungen, denen sie am Arbeitsmarkt gegenüberstehen. Die Akteure der FKI werden daher im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Zuständigkeiten, die Bekanntmachung und Umsetzung von Best-Practice-Beispielen zur Förderung der Arbeitsmarktintegration von älteren Arbeitskräften unterstützten. In diesem Sinne wurde an der Konferenz die Broschüre „Ältere Arbeitnehmende“ publiziert. Sie zeigt anhand von guten Praktiken auf, wie gute Rahmenbedingungen für die Erwerbstätigkeit von älteren Arbeitnehmenden geschaffen werden können.

Ferner soll weiterhin in die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit einer insgesamt alternden Erwerbsbevölkerung investiert werden. Die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer waren sich zudem einig, dass eine wirksame Umsetzung der Stellenmeldepflicht (Ausführungsbestimmungen zu Artikel 121a BV) auch die Beschäftigungschancen von älteren Stellensuchenden fördern kann. Die bisher getroffenen Massnahmen haben sich als geeignet erwiesen, und es empfiehlt sich deshalb, diese weiterzuführen und zu verstärken.