Nationale Konferenz zum Thema ältere Arbeitnehmende

50+ Branchenübergreifend CH
Bernerhof in Bern
Die zweite nationale Konferenz 2016

Bund, Kantone und die Sozialpartner haben sich im April 2018 an der vierten Konferenz zum Thema ältere Arbeitnehmende und deren Situation auf dem Arbeitsmarkt ausgetauscht. In der gemeinsamen Schlusserklärung sprachen sich die Akteure für eine aktive Laufbahnplanung aus. Sie beschlossen zudem, Vorschläge zu prüfen, mit denen finanzielle und soziale Probleme durch drohende Aussteuerungen von älteren Arbeitslosen verhindert werden können.

Zielsetzung der Nationalen Konferenzen zum Thema ältere Arbeitnehmende ist eine möglichst optimale Erwerbsintegration älterer Arbeitnehmender in den Schweizer Arbeitsmarkt. Unter der Leitung des Bundesrates Johann N. Schneider-Ammann diskutierten Vertreter des Bundes und der Kantone (VDK) sowie des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), von Travail.Suisse, des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes (SAV) und des Schweizerischen Gewerbeverbandes (sgv) die Situation der älteren Arbeitnehmenden in der Schweiz.

Grundsätzlich sind Ältere gut im Arbeitsmarkt integriert: Die Erwerbsbeteiligung von älteren Personen ist im internationalen Vergleich hoch und konnte in den letzten beiden Jahrzehnten in der Schweiz stark ausgebaut werden. Ältere sind zudem einem unterdurchschnittlichen Arbeitslosigkeitsrisiko ausgesetzt. Einmal arbeitslos, bekunden sie jedoch deutlich grössere Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt als jüngere Personen. Teilweise existieren immer noch Vorbehalte gegenüber älteren Arbeitnehmenden und Stellensuchenden. Dies obwohl ihre Bedeutung für den Schweizer Arbeitsmarkt stetig wächst. Schon heute leisten ältere Arbeitnehmende einen sehr wichtigen Beitrag zur Deckung der wachsenden Fachkräftenachfrage. Es gilt, ihr Potenzial künftig möglichst optimal auszuschöpfen.

Um die Situation der älteren Arbeitnehmenden weiter zu verbessern, lag der Hauptfokus der diesjährigen Konferenz auf einer aktiven Laufbahnplanung. Mit ihr können Chancen und Risiken - sowohl für den Arbeitnehmenden als auch für den Arbeitgebenden - frühzeitig erkannt und entsprechend genutzt oder behoben werden. In der gemeinsamen Schlusserklärung wurde betont, dass die Gestaltung der beruflichen Laufbahn und die konstante Weiterbildung zwar primär in der Verantwortung der einzelnen Arbeitnehmenden liegen. Nichtsdestotrotz sind aber auch Arbeitgeber, Berufs- und Branchenverbände sowie Kantone und Bund gefordert. So sollen Bund und Kantone Rahmenbedingungen und Dienstleistungen sicherstellen, die Chancengleichheit beim Zugang zu Weiterbildungen und Beratungsangeboten gewährleisten sowie Anreize für einen möglichst langen Verbleib im Arbeitsmarkt setzen. Im Weiteren wurde beschlossen, dass Bund, Kantone und Sozialpartner Vorschläge prüfen sollen, mit denen finanzielle und soziale Probleme durch drohende Aussteuerungen von älteren Arbeitslosen verhindert werden können. Auf Wunsch der Sozialpartner und basierend auf Rückmeldungen der angehörten Betroffenenorganisationen wird das WBF zudem Beratungsdienstleistungen in den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) namentlich für ältere Stellensuchende erneut auf ihre Wirksamkeit hin prüfen und die Kantone gegebenenfalls mit konkreten Optimierungsvorgaben unterstützen.

Die bisher getroffenen Massnahmen wurden von der Konferenz als geeignet angesehen und sie empfiehlt deshalb diese weiterzuführen und zu verstärken. Einerseits sollen bestehende Vorurteile wie z.B. defizitäre und stereotype Altersbilder weiter abgebaut werden, andererseits sollen Arbeitnehmende noch mehr sensibilisiert werden hinsichtlich der neuen, dynamischen Rahmenbedingungen, denen sie am Arbeitsmarkt gegenüberstehen. Ferner soll weiterhin in die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit einer insgesamt alternden Erwerbsbevölkerung investiert werden.